Archiv der Kategorie: Workshops II

Die Workshops finden am Samstag, 21.06. von 14.30-16.30 Uhr statt.

Fußball und Polizeistrategien (Waltraut Verleih)

Der Alltag eines Fußballfans von A-Z: Aufenthaltsverbote, Ausreiseverbote, Beförderungsverbote, Blocksperre, DGS, ED-Behandlung, Hausdurchsuchung, FKBs, Gefährderansprache, Geisterspiele, Gewahrsamnahme, Kombi-Tickets, Nacktkontrollen, Materialverbot, Meldeauflagen, Platzverweise, SKBs, Stadionverbote, ZIS.

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Von National befreiten Zonen und Angsträumen oder: Gilt „the Right to the City“ auch für Neonazis? (Thomas Bürk)

Die Debatten um den Wandel der Städte im Zuge einer Renaissance der (Innen)städte – und besonders deren öffentliche Räume – wird seit einigen Jahren auch durch Schlagworte wie etwa „Angsträume“ und „gefährliche Orte“ bestimmt. Im Kontext rassistischer Aktivitäten gg. MigrantInnen, werden diese zudem seit den frühen 1990er Jahren mit dem Strategiekonzept neo-nationalsozialistischer Gruppen der „national befreiten Zone“ bzw. der „No-Go-Areas“ in Verbindung gebracht. Neben dem skandalisierenden Gebrauchswert solcher Raummetaphoriken, muss allerdings der theoretisch problematische, weil essentialisierende Charakter solcher Begriffe in Frage gestellt werden. Die Tatsache, dass es sich bei städtischen Öffentlichkeiten um umkämpfte Arenen unterschiedlichster Interessengruppen handelt, macht auch die Frage nach der begrifflichen Definitionsmacht über Orte zu einer Frage nach den Praktiken der symbolischen und praktischen Raumproduktion.

In dem Workshop „Von National befreiten Zonen und Angsträumen“ soll es neben einer kurzen Einführung in die „Produktion des sozialen Raumes“ (nach Henri Lefebvre) vor allem um aktuelle Erfahrungen und Ansätze im Umgang mit rechtsradikalen Terrritorialisierungspraktiken gehen. Hier werden unterschiedliche (auch juristischen) Ebenen der Gegenwehr und Prävention zur Diskussion gestellt.

Das aus­ge­grenz­te ‚An­de­re‘ – Neue Pro­sti­tu­ti­ons­ge­setz­ge­bung, sys­te­ma­ti­sche Aus­gren­zung von Sex­ar­bei­te­rin­nen und die (Un)Ord­nung der Ge­schlech­te (Jua­ni­ta Hen­ning & Re­na­te Ruhne)

Sperr­ge­biets­ver­ord­nun­gen und Bau­recht sind nach wie vor ein­ge­setz­te Mit­tel einer Re­gle­men­tie­rung von Pro­sti­tu­ti­on und zie­len auf deren Ein­däm­mung. Mit der ak­tu­ell ge­plan­ten Ver­schär­fung der Pro­sti­tu­ti­ons­ge­setz­ge­bung sol­len diese In­stru­men­te um eine „Ge­neh­mi­gungs­pflicht“ (Kon­zes­sio­nie­rung) von Pro­sti­tu­ti­ons­stät­ten er­gänzt wer­den. Eine neue Qua­li­tät von Kon­trol­le und Über­wa­chung zeich­net sich ab. Die ab­seh­ba­ren Aus­wir­kun­gen wer­den auf­ge­zeigt, al­ter­na­ti­ve Per­spek­ti­ven vor­ge­stellt. Dar­über wie Sex­ar­bei­te­rin­nen zum ‚An­de­ren’ ge­macht und durch räum­lich-​so­zia­le Kontrol­le aus­ge­grenzt wer­den spre­chen Jua­ni­ta Hen­ning von Doña Car­men e.V. und Re­na­te Ruhne.

Die un­ter­neh­me­ri­sche Stadt aus Sicht der kri­ti­schen Stadt­for­schung (Se­bas­ti­an Schip­per)

Der Be­griff der un­ter­neh­me­ri­schen Stadt be­schreibt einen seit An­fang der 1980er Jahre zu be­ob­ach­ten­den Wan­del städ­ti­scher Po­li­tik. Städ­te be­ge­ben sich zu­neh­mend in einen Wett­be­werb mit­ein­an­der, indem sie um glo­bal agie­ren­des Ka­pi­tal, Ar­beits­plät­ze, ein­kom­mens­star­ke Haus­hal­te und Kon­su­men­t_in­nen kon­kur­rie­ren. Dabei wer­den sie zu­gleich in­tern nach Markt-​ und Wett­be­werbsme­cha­nis­men re­struk­tu­riert, etwa durch Pri­va­ti­sie­run­gen und neo­li­be­ra­le Ver­wal­tungs­re­for­men. In dem Work­shop soll der Be­griff der un­ter­neh­me­ri­schen Stadt, wie er in der kri­ti­schen Stadtfor­schung ver­wen­det wird, auf­be­rei­tet und dis­ku­tiert wer­den.